HOLZWOHNBAU SEESTADT ASPERN
Wien, Österreich 2011-2015

Holztribüne im Holzwohnbau Seestadt Aspern. Foto: Hertha Hurnaus | Berger+Parkkinen Architekten | querkraft

Holzwohnbau Seestadt Aspern

BAUHERR: EBG, WIEN

Offener Wettbewerb,
1. Preis

MIT QUERKRAFT ARCHITEKTEN

Ein Holzwohnbau mit Vielfalt

Eine Sequenz paralleler, maßstäblich differenzierter Baukörper nutzt die große Fläche des Bauplatzes für einen Holzwohnbau im südöstlichen Teil der Seestadt Aspern. Der Holzwohnbau mit insgesamt 213 Wohnungen und acht Geschäften scheint aus einer Gruppe klar erkennbarer Holzhäuser zu bestehen, die als schlanke und kompakte Einzelkörper wahrnehmbar sind. Aus der gestaffelten Anordnung entstehen unterschiedliche hofartige Räume mit abwechslungsreichen Sichtbeziehungen.

Die Bauteile werden durch Nord-Süd laufende Laubengänge in drei Reihen miteinander verbunden. Drei Erschließungsstränge bieten ein abwechslungsreiches Raumerlebnis, welches durch die Abfolge von lichtdurchfluteten Treppenhäusern, Innengängen und offenen Laubengängen entsteht. Die serielle, lineare Grundstruktur bietet eine große Flexibilität in der Anordnung verschiedenster Wohnungstypen und ermöglicht so eine gute Durchmischung der Bewohnerstruktur. Die Grundrisse der Wohnungen sind flexibel konzipiert. In vielfältiger Weise können diese auch im Nachhinein geändert werden. Die Häuser öffnen sich trotz hervorragender Energiebilanz großzügig nach außen. In Verbindung mit dem Baustoff Holz verleiht dies dem gesamten Gebäude Leichtigkeit und Tiefe.

Strassenansicht, Holzwohnbau Seestadt Aspern. Foto: Hertha Hurnaus | Berger+Parkkinen Architekten | querkraft
Holzwohnbau Seestadt Aspern, Logo. Berger+Parkkinen Architekten

Sieben Bauteile gliedern den Holzwohnbau in der Seestadt

Die Wohnanlage gliedert sich in sieben Bauteile mit vier bis sieben oberirdischen Geschoßen und einer zentralen Tiefgarage für fünf Baufelder. Die starke Gliederung der Baukörper erzeugt einen südorientierten, lebendigen Freiraum, der abwechslungsreiche Blickbeziehungen bietet. Der Innenhof als halböffentliche Zone ist das gemeinsame Herz (Canyon) der Anlage. Er ist an die Fußgängerzone angebunden und von den Gemeinschafts-räumen im Erdgeschoß umspült.

Die Ränder der Erdgeschoßzone werden durch einen zweigeschoßigen multifunktionellen Ring gebildet, die gewerbliche Nutzungen, Wohnraum-ergänzungsflächen, Gemeinschaftsräume und Atelierwohnungen aufnimmt. Die drei Meter von der Straße abgerückten Maisonette-Einheiten in der Sockelzone schaffen Raum für verschiedenste Nutzungsoptionen, ein fließender und reversibler Übergang von Büro bis Wohnnutzung wird möglich.

Landschaft und Raum mit Canyon

Der sogenannte Canyon ist ein Platz mit unterschiedlichen Höhenniveaus und Sitzstufen im Herzen der Anlage und ein Angebot an alle Bewohner, sich zu treffen und Gemeinschaft zu erleben. Die Holzverkleidung entlang der Rampenwände wächst stellenweise aus der Wand und bildet schräge Flächen zum Anlehnen und Klettern.

Die grünen Höfe mit ihren bewußt in die Hofmitte ragenden privaten Terrassen in Flügelform und die Wiesenhügel bilden eine organische Landschaft. Die Terrassen sind zum öffentlichen Bereich nicht abgezäunt. Eine Durchwegung der Hügel-landschaft ist bewußt dezent gehalten, damit kein Durchgangsraum entsteht. Treffpunkte entstehen an den Knotenpunkten vor Eingangsbereichen, den Waschküchen und dem Kleinkinderspielplatz.

Die Fassadengliederung ist punktuell als Bodenmarkierung weitergeführt, verdichtet sich in den Eingangsbereichen und gliedert die Geschäftsvorzone mit Straßenmöbeln. Dies führt zu einer Belebung der Geschäftsvorzonen mit beispielsweise Gastgärten. Erhöhte, nicht eingezäunte Staudenbeete und Rasenstreifen vor den Atelierwohnungen, bilden einen Pufferbereich mit großzügigen Ausschnitten als Zugang oder Aufenthaltsflächen.

Holzwohnbau Seestadt Aspern, Fassadendetail. Foto: Hertha Hurnaus | Berger+Parkkinen Architekten | querkraft
Holzwohnbau Seestadt Aspern, Stiegenhaus. Foto: Daniel Hawelka | Berger+Parkkinen Architekten | querkraft

Der Holzwohnbau Seestadt Aspern mit vorgefertigten Bau- und Konstruktionselementen

Holz ist der Baustoff für die hochgedämmten Außenwände des Holzwohnbau Seestadt Aspern. Die Holzfertigteilwände sind unter Verwendung von heimischem Holz, Holzwerkstoffen und dem Dämmstoff Steinwolle qualitätsgesichert im Werk vorgefertigt. An den Fassaden ist das Material Holz als Lärchenschalung sichtbar. Auch die Wohnungs- und Raumtrennwände sind im Werk vorgefertigt und für die Installationen vorbereitet. Durch diesen hohen Vorfertigungsgrad und die schnelle Baustellenmontage kann die Belastung der Umwelt, auch durch die Verringerung von Lärm, Staub und Abgasen, minimiert werden.

Das Betonskelett ermöglicht eine freie Bespielbarkeit der Fassade und eine dauerhafte Flexibilität der Grundrissgestaltung. Alle Schächte sind in einer klaren Nebenraumzone neben der Erschließung konzentriert. Durch die zentrale Anordnung  des Versorgungsschachtes ist eine geschoßweise Spiegelung der Wohnungstypen möglich. Das Fassadenbild ist durch auskragende  Fertigteil-Loggien und -Balkone strukturiert und ein freies Fassadenspiel entsteht.

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