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Justizzentrum
Justizzentrum mit Staatsanwaltschaft, Landes- und Bezirksgericht
Leoben, Österreich 2000
Geladener Wettbewerb, 3. Preis
BGF: 21.000 m2
Die vorgeschobene Lage macht das Justizzentrum zum „ersten" öffentlichen Bau Leobens an der östlichen Stadteinfahrt. Dieser prägenden Wirkung auf das Stadtbild entsprechend entwickelt sich das Gerichtsgebäude als offenes, bürgernahes Gebäude an der unteren Hangkante. Die Justizanstalt schmiegt sich unter Ausnutzung des natürlichen Gefälles flach in den Hang, und tritt von der Straße aus kaum in Erscheinung.

Die „Gefängnismauer" ist ein prägendes Element jeder Haftanstalt. Im vorliegenden Entwurf wird die „Mauer" zum Thema erhoben. In Hangrichtung verlaufende Mauerscheiben gliedern das Grundstück. Der Verlauf dieser Scheiben folgt der Struktur des Hanges und des Ortes.
Die Art der Organisation der Bauteile - entweder VOR oder ZWISCHEN den vertikalen Wandscheiben - differenziert den baulichen Charakter zwischen OFFEN und GESCHLOSSEN. Der zur Gesellschaft offene, kommunikationsorientierte Gerichtsbereich entwickelt sich frei AN und UM die vertikalen Wandscheiben. Die Scheiben dienen der Organisation der Baukörper als Stützelement. Sie sind ein Rückgrat, das die frei organisierten Volumen im Hang verankert. Es dominiert der offene Charakter.

Im Bereich der von hohen Sicherheitsanforderungen geprägten Justizanstalt werden die Raum- und Funktionsbereiche ZWISCHEN Paaren von Wandscheiben organisiert. Die Stahlbetonscheiben übernehmen somit neben der stützenden Aufgabe die Funktion des Abschließens und des Begrenzens.